MySpace, YouTube, Second Life: Schönes neues Web 2.0?

Am 15. Mai 2007 wurde die Öffentlichkeit ab 19.30 Uhr von der Berliner Landesinitiative „ProjektZukunft“ zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „MySpace, YouTube, Second Life: Schönes neues Web 2.0?“ eingeladen.

Es war in diesem Jahr die erste Gesprächsrunde von noch weiteren drei geplanten Themen. Das Museum für Film und Fernsehen im SonyCenter am Potsdamer Platz wurde als Veranstaltungsort ausgewählt. Hintergrund der Zukunftsgespräche ist die Vernetzung der Medien-, IT- und Kulturwirtschaft mit der Wissenschaft, Politik und der Öffentlichkeit.

Rede und Antwort standen die geladenen Gäste Markus Beckedahl (newthinking communications GmbH), Claas van Delden (Holtzbrinck Networks GmbH), Matthias Ehlert (netzeitung.de), Dr. Robin Meyer-Lucht (freier Unternehmensberater, berlin Institute).

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Ausgangspunkt dieser dreiteiligen Podiumsdiskussion ist das sich revolutionierende Internet vor dem Hintergrund der Web 2.0 Debatte. Denn längst ist die technologische und inhaltliche Weiterentwicklung des World Wide Web ein handfester Wirtschaftsfaktor geworden. Das Web 2.0 erschließt mit seinen neuen Technologien und Akteuren völlig neue Produkte und Märkte.

Im ersten Teil der Diskussion wurden erstmal grundlegende Informationen rund um das Web 2.0 geklärt. Alfred Eichhorn, der Moderator, stellte eingangs die Frage: „Was ist eigentlich Web 2.0 – eine Blase oder ein Hype?“ Die Talkgäste waren sich einig, dass das Web 2.0 ein Oberbegriff für die virtuelle soziale Kommunikation ist. Der Begriff Web 2.0 steht für ein soziales Internet. Es bietet jedem individuell die Teilhabe an der Kommunikation auf verschiedenen Plattformen, jeder kann sich mit der immer leicht bedienbareren Technik im Internet, mittels den sogenannten Weblogs, frei äußern. Das soziale Internet bietet die Möglichkeit, dass man selbst zum Anbieter werden kann. Als Resumée der ersten Runde wurde gesagt, dass das Web 2.0 ein „Mitmach-Internet“ sei, welches den Dialog zwischen den Menschen fördere.

Im zweiten Teil wurde die ökonomische Seite des Web 2.0 beleuchtet. Die Nutzung dieses Wirtschaftszweiges erinnere an die erste Generation – die New Economy. Aufgrund der fortschrittlichen Technik und der Software (z.B. Open Source) ist es möglich verschiedene Communities publik zu machen. Für jeden User ist etwas dabei. Doch wie lässt sich damit Geld verdienen? Diese neue Art der Kommunikation eröffnet eine neue Form für Marketingstrukturen. Viele dieser Communities werden über eingeblendete Werbebanner finanziert. Das erinnert ein wenig an die durch Werbung finanzierten privaten TV-Sender. Nur kann man sich im Internet schwer der Werbung entziehen, da sie permanent erscheinen kann.

Das letzte Drittel wurde dann auch für das Publikum geöffnet. Stimmen aus dem Publikum interessierten sich für die Problematik von Kino und Fernsehen und der Urheberrechtsfragen in Bezug zu den privaten Veröffentlichungen auf den Homepages oder Weblogs. Das Fachpublikum meinte bezugnehmend dazu, dass auch hier Reformierungen von statten gehen werden. Markus Beckedahl meinte, das Publikum würde vom „Programm-Terror“ befreit, d. h. keiner ist mehr an das festgeschriebene Programm gebunden, sondern man kann zu jeder Zeit die Sendung sehen, wenn man es möchte. So entsteht auch eine andere Freizeitnutzung und -gestaltung. Zum Urheberrecht wurde gesagt, dass es nicht kompatibel zur digitalen Welt sei und dass hier Potenzial bestehe, die Gesetze neu zu überdenken.

Fazit: Es war eine interessante Diskussion, die mich in meinem bisherigen Wissen bestätigt und auch zum Nachdenken angeregt hat. Werden wir alle zu Individuen, die nur noch ein virtuelles „Second Life“ führen? Entfernen wir uns von der realen Lebenswelt? Oder ist das Web 2.0 eine neue Form der Freizeitkommunikation?

Ich weiß es sind viele Fragen, auf die ich selbst keine konkreten Antworten habe, aber wir werden sehen wohin sich der Trend entwickelt. Ich bin gespannt…

2 Kommentare zu „MySpace, YouTube, Second Life: Schönes neues Web 2.0?“

  1. Habsch mir angehört… war aber imho recht nichtssagend, die „Diskussion“. Eigentlich war es ja gar keine… jeder konnte unkritisiert seinen 2 Cent ablassen 😉

    Viele Grüße vom Wannsee,

    Sebastian

  2. Pingback: 3MannProjekt » Blog Archive » Web 3.0 ?

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