Progressive Community-Perspektiven

Die aktuellen Internetgeschäfte konzentrieren sich derzeit anscheinend mehr und mehr auf gewinnbringende Geschäftsmodelle, die nicht nur verschiedene Shoppingportale mit diversen Produktangeboten beinhalten, sondern fokussieren zielgruppenspezifische Communities.

Nachdem sich nun der erste Medienrummel um die Studentenplattform studivz gelegt hat, versuchen die Gründer nun weiterhin mittels der Schülerplattform schülervz in aller Munde der Öffentlichkeit zu bleiben.

Angesprochen werden sollen Jugendliche ab 12 Jahren. Die Mitgliedschaft ist, wie bei studivz, kostenlos, setzt aber die Einladung durch ein aktives Mitglied voraus. Wie bei studivz können Mitglieder in einem eigenen Profil Namen, Alter, Geburtstag, Schule und Klasse, aber auch Hobbys, Interessen und Lieblings-Bands angeben. Michael Brehm, ein Gründer von studivz, erklärt, dass dieses Netzwerk unter anderem mit Schüler-, Eltern- und Pädagogenverbänden kooperieren will, damit ein gesellschaftlicher und sozialer Mehrwert erzielt werden kann.

Meine persönlichen Bedenken liegen vor allem bei dem Datenschutz. Laut den Betreibern sollen ein ausführlicher Verhaltenskodex und ein eigenes Support-Team dafür Sorge tragen, dass die Regeln auf der Plattform eingehalten werden. Jugendliche, die auf schuelervz.net unter sich bleiben möchten, können ihren Nachnamen ausblenden. Mir bleiben aber trotzdem Zweifel: Inwiefern wurde aus den nun bekannten Pannen und technischen Problemen mit der sogenannten „Mutterplattform“ gelernt? Sind die doch eher medieninkompetenten, aber kontaktfreudigen, neugierigen Schüler und Jugendlichen vor pädophilen Menschen sicher?

Aus den nun bisher größtenteils positiven gewonnen Erfahrungen mit diesen renommierten Netzwerken, welche vor allem im Fall der Studentenplattform einer abgespeckten Flirtcommunity ähnelt und sonst kaum einen Mehrwert bietet, werden nun weitere zielgruppenspezifische Ableger-Communities gegründet.

Weitere vergleichbare Studentennetzwerke sind unter anderem nurstudenten, unister und jux. Einen sinnvollen Nutzen scheint die Website von izaar zu bieten. Die Betreiber orientieren sich am so genannten allseits bekannten „Schwarzen Brett“, welches jede Universität und Fachhochschule hat. Eine kurze Kritik eines Users befindet sich hier.

Wie sich in der aktuellen Marketingszene zeigt, sind nicht nur Studenten interessant – nein auch die Schüler geraten gegenwärtig in den Fokus der kommerziell beeinflussten Businessbranche. Über die Webseite von klicksafe.de bin ich auf eine sicherlich interessante Kommunikations- und Informationsplattform von youngspirix gestoßen.

Kann man nun aus den sich abzeichnenden Trends schlussfolgern, dass sich in Zukunft weitere Communities etablieren, welche sich auf exklusive Lebens- und/oder Arbeitsbereiche spezialisieren? Wie wäre es zum Beispiel mit einer pensionärvz Community, politikvz Community oder mit Netzwerken, die ihre Aufmerksamkeit auf diverse Berufsbranchen (Handel, Gastronomie, Handwerk etc.) richten?

Ich frag mich, wo führt uns das 21. Jahrhundert noch hin? Welche originelle, extravagante sowie seriöse Innovationen bringt das Web 2.0 noch so mit sich? Ich bin sehr gespannt und neugierig.

1 Kommentar zu „Progressive Community-Perspektiven“

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