Forschung in der Volkswagenbibliothek

Seit dem 9. Dezember 2004 ist die zentrale Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste in Betrieb. 55 Millionen Euro kostete der Wissenstempel. Jeweils 25 Millionen Euro finanzierten der Bund und die Technische Universität, die restlichen fünf Millionen Euro steuerte der Sponsor und Namensgeber Volkswagen bei. Unter solchen Voraussetzungen sollte es eigentlich möglich sein, dass ein jeder Student problemlos seiner Forschung nachgehen kann.

Im Inneren erwartet Bücherfreunde eine Lesefabrik mit sämtlichen technischen Finessen: Die drei Millionen Medien können online bestellt und mittels eines digitalen Identifizierungssystems gesucht werden. An 715 mit EDV-Anschluß ausgestatteten Leseplätzen sollen die Nutzer der Bibliothek optimale Arbeitsbedingungen vorfinden.

Dies war in den letzten Wochen nicht möglich. Egal zu welcher Tageszeit ich in der Bibliothek meinen Recherchen nachgehen wollte, war kaum ein Zugang zu den Rechnern möglich. Anscheinend gibt es mal wieder Probleme mit den Servern. Diese Komplikationen treten eigentlich seit der Öffnung der Bibliothek in gehäufter Form auf. Ich frage mich, warum können die IT-Techniker dafür keine Lösung finden. Ich muss schon sagen, dass dies ein schlechtes Image einer Universität mit technischer Ausrichtung darstellt.

Es ist ja nicht so, dass alle Rechner ausfallen oder das gar keine Recherche möglich ist. Jedoch die an einer Hand abzählbaren funktionierenden Plätze werden von Studenten blockiert, die anstatt sich auf ihre Wissenschaft zu konzentrieren lieber Emails checken oder sich in diversen Communities ihren privaten Freuden hingeben und somit andere Kommilitonen in ihrem Studium behindern. Ist das die solidarische Einstellung der Studentengemeinschaft von heute?

Möglicherweise habe ich verpasst, dass sich das Wesen einer Bibliothek geändert hat. Ist unsere Bibliothek nun nicht nur ein Ort der Wissenserweiterung, sondern dient sie der Förderung von virtuellen Freundschaften?

2 Kommentare zu „Forschung in der Volkswagenbibliothek“

  1. Oh wie schön, die Erinnerungen. Ich habe schon so lange nicht mehr in einer Bibliothek gearbeitet. Das war immer sehr schön – wenn es Plätze gab. Microfiches waren es damals bei mir, und dann schon die ersten OPAC-Rechner, aber noch nichts mit E-Mail/WWW.
    Bibliotheken als Ort der Förderung von virtuellen Freundschaften: Ja, warum eigentlich nicht? Das kann der Forschung nur helfen. Natürlich nur solange es genug Rechner gibt.

    Wird immer noch soviel kopiert, und sind die Kopiergeräte immer noch zur Hälfte kaputt?

  2. Sehr geehrter Herr Rau,

    zunächst einmal vielen Dank für Ihren Beitrag, hätte nicht damit gerechnet, dass Sie sich mal auf meiner Seite verirren 😉
    Also von den Microfiches habe ich schon gehört, musste aber damit noch nie arbeiten und bräuchte wenn denn dann auch erstmal eine Einweisung.
    Naja also kopiert wird immernoch sehr fleißig und das nicht zu knapp. Unsere Kopiergeräte sind eigentlich nie defekt, da die VW-Bibo – so heißt sie in Studentenkreisen – mit einem hausinternen Copyshop kooperiert, der gepfefferte Preise hat (7 Cent pro Copy). Die zahlreichen Copyhäuser rund um den Ernst-Reuter-Platz und in der Knesebeckstraße bieten da eher Studentenfreundliche Preise an (teilweise 4 Cent pro Copy). Naja aber irgendwie muss die teure Finanzierung unserer hochmodernen, aber nicht immer funktionierenden Bibo, auch ausgeglichen werden 😉
    So dann kann ich nur sagen: Fröhliches Forschen, Bloggen und Unterrichten.

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